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Geschichte und Art des "Berger Picard"

ykelt.gif (41303 Byte) Schon im dritten Jahrhundert v. Chr. haben die Kelten für ihre Schafzucht Hunde als Hüter verwendet, von denen neben anderen Hütehunden auch der Picard abstammt. Er ist seit dem Mittelalter auf zahlreichen Gemälden und zeitgenössischen Darstellungen vor allem aus Flandern und dem Norden Frankreichs bekannt.

links sehen sie eine Jagdhundfigur (4. Jh. v. Chr.) als Griff eines Weinkruges aus Basse-Yutz in der französischen Moselregion

 Noch in den fünfziger Jahren war der Picard in weiten Teilen beinahe verschwunden. Nur durch den Einsatz engagierter Liebhaber dieser besonders ursprüngliche und naturbelassenen Rasse konnte ein Aussterben verhindert werden.

Derzeit soll es weltweit nur ca 3.500 Picards geben, davon ca 400 in Deutschland. Die meisten Picards gibt es im Norden Frankreichs, in Belgien und in Canada.

Der Picard ist rustikal und gleichermaßen elegant, aufmerksam und gleichwohl ruhig, selbstbestimmt und sehr sensibel. Er duldet keine Ungerechtigkeit, lebt gerne in Familien und integriert sich vollständig in die soziale Ordnung. Er tut dies mit überlegener Nonchalance, etwas gelassen und nicht willfährig. Seine Unterwerfung ist nie vollständig und nie so vollständig wie dies von einem Deutschen Schäferhund, Retriever oder Dobermann erwartet werden kann.

Seine Eignung zum Sporthund hängt sehr von der Fähigkeit seines Besitzers ab, den Hund zu motivieren. Ein Picard läuft nur nach dem Stöckchen um seinem Besitzer durch das Mitspielen Freude zu machen. Der reine Gehorsamswille ist gering im Verhältnis zum "dicken Kopf". Dafür erfindet der Picard Spiele und erwartet durchaus von seinem Besitzer, dass dieser zum Mitspielen bereit ist.

In seiner ursprünglichen Funktion als Schäferhund wird er heute so gut wie nie mehr eingesetzt. Die meisten Picards sind heute als Familienhunde im Einsatz. Der Hund ist zumeist friedlich, kinderlieb und geduldig. Gleichwohl gibt es auch für den Picard professionelle Einsätze, so in Frankreich als Begleiter für Blinde und Gehörlose, als deutscher Rettungshund im Suchdienst oder als   Begleiter eines Jägers.

Die Fellpflege ist einfach und wenig zeitaufwendig.

Bei mittlerer Größe (Rüden 60 - 65 cm, Hündinnen 55 - 60 cm) wiegt er 25 bis 35 kg.

Charakteristisch sind das struppig-rauhe Haar am ganzen Körper und am Kopf, der typische Bart ("Griffonage"), die ausdrucksvollen, dunklen Augen und die ziemlich großen Stehohren, die vor allem bei jungen Hunden oft unproportioniert riesig wirken.

Man trifft verschiedene Farben an, am häufigsten fauve (weizenfarben in verschiedenen Tönungen mit oder ohne schwarzen Haarspitzen oder) und mehr oder weniger dunkel gestromt.

Besonders auffallend und sehr beeindruckend ist die kraftvoll-leichte Bewegung.

Die Rute ist immer lang und wird mehr oder weniger hängend getragen.